Erbfolge II

Rechtsinfo zum Erbrecht:
Erbfolge II

Ohne das Wissen um die gesetzliche Erbfolge gibt es kein vernünftiges Testament.

„Das Gut fließt wie das Blut.“ lautet ein Merksatz zur gesetzlichen Erbfolge. Er gibt eine grobe Orientierung, mehr nicht. In komplexen Fällen kann sogar der Experte ins Schwitzen kommen, wenn er die gesetzliche Erbfolge ermittelt. Ganz richtig ist der Satz zudem deshalb nicht, weil auch Adoptivkinder ebenso erben, wie blutsverwandte leibliche Kinder.

Das Ordnungssystem der Verwandten und dessen Ausschlussfunktion

Das Gesetz sieht vor, dass die Verwandten das Vermögen des Erblassers (so wird der Verstorbene vom Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) bezeichnet) erben. Dabei werden nicht alle Verwandten unterschiedslos gleich behandelt. Das Gesetz gliedert sie nach „Ordnungen“. Ganz wichtig: Lebt auch nur ein Angehöriger einer höheren Ordnung, schließt er alle Verwandten der niedrigeren Ordnungen aus.

Das Ordnungssystem – leicht zu merken, schwer zu handhaben.

Das Bürgerliche Gesetzbuch sortiert die Verwandten nach Herzensnähe in vier Ordnungen:

Erste Ordnung, § 1924 BGB:
Zweite Ordnung, § 1925 BGB:
Dritte Ordnung, § 1926 BGB:
Vierte Ordnung, § 1928 BGB:
Fernere Ordnungen, § 1929 BGB:

Beispiele

Beispiel 1
Beispiel 2
Beispiel 3

Und das Erbrecht des Ehegatten?

Wer die Erbschaft aufteilt, ohne das Erbrecht des Ehegatten zu berücksichtigen, macht die Rechnung ohne den Wirt. Der bekommt zunächst seinen Erbteil, bei der Zugewinngemeinschaft ist das ein Halb, wenn Kinder da sind. Sonst erbt der Ehegatte in der Zugewinngemeinschaft drei Viertel, § 1931 BGB. Entsprechend reduziert sich der Anteil der anderen Erben.

Beispiel 4
 

Fazit: Diese Information soll Ihnen eine Ahnung vom gesetzlichen Erbrecht verschaffen. Die Praxis kennt tausend Tücken und Ausnahmen. Bei allen konkreten Fragen hilft Ihnen der Fachanwalt für Erbrecht.

Stand: 05.10.2012